„Helfen aber wie?“
Tatzeit: 11. Februar 2011, 23 Uhr 50Tatort: U-Bahnhof Lichtenberg, Berlin
1. Tathergang: Zwei 30-jährige Maler, die sich auf dem Heimweg befanden, wurden um 23 Uhr 50 auf dem U-Bahnhof Lichtenberg plötzlich von vier Jugendlichen attackiert. Während einer der beiden leicht verletzt flüchten konnte, wurde sein Kollege mit äußerster Brutalität zusammengeschlagen und -getreten.
Mehrere Zeugen beobachten die Tat. Keiner kam dem Opfer zur Hilfe.
Nur einer rief die Polizei.
Der 2010 neu gegründete Verein Bürgerinitiative Zivilcourage Karlsruhe will den Menschen aus der Region die Bedeutung, Chancen sowie Grenzen von Zivilcourage nahebringen. Dabei geht es nicht um Eingreifen um jeden Preis, sondern um das Hinschauen und situationsgerechte Handeln, ohne sich selbst zu gefährden. Denn auch die Zeugen im U-Bahnhof Lichtenberg wollten vielleicht helfen, wussten aber - wie die meisten Menschen - nicht wie.
Die finanzielle Unterstützung der Stiftung Gutes tun war für die Honorare von Referenten, die Ende 2010 die zukünftigen Deeskalations-Trainer/innen des Vereins ausbildeten, Druckkosten von Informationsmaterial und weitere Kosten, die mit diesem Gewaltpräventionssprojekt zusammenhängen, bestimmt.
Ein Expertenteam aus Hessen führte die dreitägige Ausbildung der Multiplikatoren durch. Sie vermittelten auch Programmbausteine des in Hessen bereits seit 2005 erfolgreichen Projekts „Gewalt – Sehen – Helfen“, das der Verein auch in Karlsruhe in seinen Bürgertrainings mit einfließen lässt. Das gewaltfreie und opferzentrierte Seminar soll helfen Menschen zu ermutigen in den richtigen Situationen Gewalt gewaltfrei entgegenzutreten und Zivilcourage zu zeigen.
Dieses Wissen und Erfahrungen wurden ab Ende November durch die neu ausgebildeten ehrenamtlichen Trainer/innen des Vereins in Kursen an Menschen der Region weitergegeben.
2. Tathergang: So wurde der ebenfalls 30 Jahre alte Kollege des Malers, der in Todesangst aus dem Bahnhof auf die Straße flüchtete, von einem bislang nicht identifizierten Mann gerettet. Der Mann sei gegenüber den Angreifern sehr energisch und wohl auch furchteinflößend aufgetreten. Darauf flüchteten die Täter. Um die vorbildlichen Aktivitäten zur Gewaltprävention durch Seminare noch weiter auszubauen und um weitere Menschen für deeskalierendes Handeln zu sensibilisieren, wird der Verein Bürgerinitiative Zivilcourage Karlsruhe auch 2011 weiterhin von der Stiftung Gutes tun unterstützt.
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Weitere Informationen unter: www.buergerinitiative-zivilcourage.de



